Seit seiner ersten Veröffentlichung im Jahr 2003 dient der She Figures-Bericht als zentrale Quelle für vergleichbare, europaweite Statistiken zur Geschlechtergleichstellung in Forschung und Innovation.
Was ist She Figures?
She Figures ist eine wichtige Publikation der Europäischen Kommission, die statistische Einblicke in die Gleichstellung der Geschlechter in Forschung und Innovation in ganz Europa bietet. Alle drei Jahre veröffentlicht, verfolgt She Figures die Entwicklung und Repräsentation von Frauen in der Wissenschaft, in Forschungskarrieren und in Führungspositionen. Der Bericht untersucht Indikatoren wie den Anteil weiblicher Forschender, geschlechtsspezifische Lohnunterschiede und den Zugang zu Forschungsgeldern.
She Figures dient als Benchmark für politische Entscheidungsträger, Institutionen und Interessengruppen, um geschlechtergerechte Reformen in der Forschung und Hochschulbildung voranzutreiben.
Der Bericht deckt verschiedene Aspekte der Geschlechtergleichstellung ab, darunter die Verteilung von Frauen und Männern in unterschiedlichen Karrierephasen, der Anteil weiblicher Autoren wissenschaftlicher Publikationen und der Zugang zu wettbewerbsorientierter Forschungsförderung. Durch diese umfassenden Statistiken bietet She Figures ein klares Bild der Herausforderungen und Fortschritte im Bereich der Geschlechtergleichstellung in Forschungseinrichtungen.
Warum ist She Figures wichtig?
Die Gleichstellung der Geschlechter in Forschung und Innovation ist entscheidend für wissenschaftliche Exzellenz, wirtschaftliches Wachstum und sozialen Fortschritt. She Figures hebt Ungleichheiten in der Repräsentation von Frauen in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), Führungspositionen und bei der Vergabe von Forschungsgeldern hervor. Durch die Aufdeckung dieser Ungleichheiten ermöglicht der Bericht europäischen Institutionen und Regierungen die Umsetzung gezielter Maßnahmen zur Förderung eines inklusiven Forschungsumfelds.
Zudem hat sich gezeigt, dass Vielfalt in Forschungsteams die Kreativität steigert und Problemlösungen verbessert, indem unterschiedliche Perspektiven eingebracht werden. Indem sichergestellt wird, dass Frauen die gleichen Chancen in der Forschung haben, trägt She Figures zu einer innovativeren und wettbewerbsfähigeren europäischen Forschungslandschaft bei.
Entwicklung von 2021 bis 2024
Der Bericht She Figures 2024 zeigt deutliche Fortschritte in der Geschlechtergleichstellung in verschiedenen Bereichen der Forschung und Innovation seit 2021. Zu den wichtigsten Entwicklungen gehören:
- Ein allmählicher Anstieg des Anteils weiblicher Forschender, insbesondere in den Lebens- und Sozialwissenschaften, mit einigen Fortschritten in den MINT-Fächern.
- Eine Verringerung der geschlechtsspezifischen Lohnlücke in Forschungseinrichtungen, obwohl in bestimmten Disziplinen, insbesondere in gut bezahlten MINT-Berufen, weiterhin Unterschiede bestehen.
- Mehr Frauen in höheren akademischen Positionen, unterstützt durch geschlechtergerechte Einstellungspraktiken, Mentorenprogramme und flexible Arbeitsmodelle.
- Eine erhöhte Beteiligung von Frauen an EU-finanzierten Forschungsprogrammen, was zu einer vielfältigeren und inklusiveren wissenschaftlichen Landschaft beiträgt.
- Verstärkte Bemühungen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Vorurteile bei der Vergabe von Forschungsgeldern, um den gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen für von Frauen geleitete Projekte zu gewährleisten.
- Anhaltende Herausforderungen in den Bereichen Ingenieurwesen und Technologie, in denen der Frauenanteil im Vergleich zu anderen Disziplinen weiterhin niedrig bleibt, trotz Förderprogramme, die junge Frauen für diese Berufsfelder begeistern sollen.
Während diese Verbesserungen positive Entwicklungen zeigen, erfordern weiterhin bestehende Barrieren wie unbewusste Vorurteile, Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie eine begrenzte Repräsentation in Spitzenpositionen mehr Aufmerksamkeit und gezielte Maßnahmen.
Länderspezifische Beispiele
1. Deutschland
Deutschland hat Fortschritte bei der Förderung der Geschlechtergleichstellung in der Forschung gemacht, unter anderem mit Initiativen wie dem Professorinnenprogramm, das die Zahl der Professorinnen erhöhen soll. Dennoch bestehen weiterhin Ungleichheiten in den MINT-Fächern, in denen Frauen nach wie vor unterrepräsentiert sind. Der Bericht 2024 hebt Verbesserungen in der geschlechtergerechten Rekrutierungspolitik hervor, betont aber auch die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. Neue Finanzierungsprogramme für von Frauen geleitete Forschungsprojekte wurden eingeführt, um eine langfristige Geschlechterbalance zu unterstützen.
2. Spanien
Spanien ist ein Vorreiter in der Geschlechtergleichstellungspolitik und verfügt über eine starke gesetzliche Unterstützung für Frauen in der Forschung. Der Bericht She Figures 2024 zeigt, dass Spanien einen der höchsten Anteile weiblicher Forschender in Europa hat, insbesondere in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Maßnahmen zur Schließung der geschlechtsspezifischen Lohnlücke und zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben haben ebenfalls zu kontinuierlichen Fortschritten in Forschungskarrieren beigetragen. Zudem hat das Land Geschlechterquoten in Forschungseinrichtungen eingeführt, um eine stärkere weibliche Repräsentation in Entscheidungspositionen zu gewährleisten.
3. Tschechische Republik
Die Tschechische Republik hat weiterhin mit geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in der Forschung zu kämpfen, insbesondere in den Bereichen Ingenieurwesen und Technologie. Der Bericht She Figures 2024 hebt die geringe Präsenz von Frauen in höheren akademischen Positionen hervor, obwohl die Zahl weiblicher Absolventinnen in naturwissenschaftlichen Disziplinen steigt. Es wurden Maßnahmen zur Geschlechtergleichstellung und Mentorenprogramme eingeführt, um diese Unterschiede auszugleichen, sowie gezielte Stipendienprogramme, um mehr Frauen zu ermutigen, eine Promotion in MINT-Fächern zu absolvieren.
4. Kroatien
Kroatien hat positive Entwicklungen in der Geschlechtergleichstellung in der Forschung erlebt, mit mehr Frauen, die Forschungsstipendien und Führungspositionen erhalten. Dennoch gibt es weiterhin Herausforderungen in Bezug auf die berufliche Weiterentwicklung und den Zugang zu Fördermitteln für weibliche Forschende. Der Bericht She Figures 2024 weist auf laufende politische Initiativen hin, die darauf abzielen, geschlechtsspezifische Ungleichheiten in der akademischen Welt und bei der Forschungsfinanzierung zu verringern. Die Regierung hat außerdem Programme zur Unterstützung junger weiblicher Forschender eingeführt, darunter Mentoring-Netzwerke und Förderprogramme.
Fazit
She Figures 2024 bietet einen umfassenden Überblick über die Trends zur Geschlechtergleichstellung in Forschung und Innovation in Europa. Während seit 2021 Fortschritte erzielt wurden, bestehen weiterhin Ungleichheiten, insbesondere in MINT-Fächern und in höheren Führungspositionen.
Durch die Nutzung datenbasierter Erkenntnisse können europäische Länder weiterhin an einer inklusiveren und gerechteren Forschungslandschaft arbeiten, um sicherzustellen, dass Talent und Innovation nicht durch geschlechtsspezifische Barrieren behindert werden.
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