GEDIS-Projekt: Förderung der Geschlechtervielfalt in der Hochschulbildung
Das GEDIS-Projekt (Gender Diversity in Information Science: Challenges in Higher Education) konzentriert sich darauf, die Hochschulbildung inklusiver zu gestalten, indem es die Geschlechtervielfalt fördert. Ziel ist es, die Vermittlung und das Verständnis von Geschlechterfragen im Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaften (LIS) zu verbessern. Das Projekt verbindet Ansätze aus LIS und Gender Studies, um bessere Lehr- und Lernmethoden zu entwickeln.
Ziele und Ergebnisse
Das GEDIS-Projekt verfolgt zwei Hauptziele:
- Verständnis der Integration von Geschlechtervielfalt in die LIS-Ausbildung in sieben verschiedenen Ländern. Dazu gehört die Analyse der Perspektiven von Studierenden, Lehrkräften und Bibliothekar:innen zu diesem Thema.
- Entwicklung nützlicher Werkzeuge und Ressourcen, um Geschlechtervielfalt in Universitätskursen besser zu integrieren. Diese Werkzeuge sollen das Lernen für alle inklusiver und gerechter machen.
Um diese Ziele zu erreichen, verfolgt das Projekt folgende spezifische Maßnahmen:
- Überprüfung bestehender Lehrpläne, um den Fokus auf Geschlechtervielfalt zu bewerten.
- Befragung von Studierenden, Lehrkräften und Bibliothekar:innen zu ihren Erfahrungen mit Geschlechtervielfalt in der Hochschulbildung.
- Identifizierung bewährter Lehrmethoden, die bereits Geschlechtervielfalt berücksichtigen.
- Entwicklung von drei Toolkits mit Lernmaterialien für Studierende, Lehrkräfte und Bibliothekar:innen. Diese enthalten Beispiele, Fallstudien und Aktivitäten, um ein besseres Verständnis für Geschlechtervielfalt zu fördern.
Das Projekt wird Berichte, Schulungen, Forschungsartikel und Bildungswerkzeuge erstellen. Diese Ressourcen werden unter einer offenen Lizenz online frei zugänglich sein, sodass sie von allen genutzt und angepasst werden können.
Wie das Projekt zentrale Prioritäten erfüllt
Priorität 1: Aufbau inklusiver Hochschulsysteme
Das GEDIS-Projekt trägt zur Schaffung inklusiverer Universitäten bei, indem es:
- Aktuelle Lehrpläne analysiert, um Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.
- Fokusgruppen mit Studierenden, Lehrkräften und Expert:innen organisiert, um Ideen für bessere Lehrpraktiken zu sammeln.
- Mit Bibliothekar:innen zusammenarbeitet, um sie als Schlüsselakteur:innen bei der Förderung von Geschlechtervielfalt in der Bildung einzubinden.
- Sommerakademien für Studierende und Veranstaltungen für Lehrkräfte anbietet, um Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln.
Durch den Fokus auf Vielfalt und Gleichberechtigung trägt GEDIS zur europäischen Strategie für faire und offene Bildungssysteme bei.
Priorität 2: Förderung innovativer Lehr- und Lernmethoden
Das GEDIS-Projekt unterstützt neue Ansätze im Lehren und Lernen durch:
- Einsatz von LIS-Methoden, um Geschlechterfragen zu untersuchen, beispielsweise durch die Analyse der Zitierhäufigkeit von Frauen in wissenschaftlichen Arbeiten oder die Verbreitung geschlechtsbezogener Hassrede im Internet.
- Erstellung interaktiver Lehrmaterialien, etwa eines Serious Games, um das Lernen über Geschlechtervielfalt ansprechender zu gestalten.
- Schulung von Lehrkräften, um Geschlechterthemen mit modernen Lehrmethoden in ihre Kurse zu integrieren.
- Bereitstellung digitaler und Open-Source-Ressourcen, die leicht zugänglich und anpassbar sind.
Diese Maßnahmen helfen Studierenden und Lehrkräften, kritisch über Geschlechtervielfalt nachzudenken und neue Ideen in den Unterricht einzubringen.
Warum das GEDIS-Projekt wichtig ist
Geschlechterungleichheit bleibt in vielen Bereichen ein erhebliches Problem, darunter in der Kulturindustrie und im Informationssektor. Frauen und Minderheiten stoßen oft auf Hindernisse für ihre vollständige Teilhabe und Anerkennung. Universitäten können dazu beitragen, diese Herausforderungen zu bewältigen, indem sie Studierende dafür sensibilisieren und dazu ermutigen, diskriminierende Strukturen zu hinterfragen.
Das GEDIS-Projekt baut auf dem Erfolg einer kleineren Initiative namens GENDIMS auf, die 2021 an der Universität Barcelona ins Leben gerufen wurde. GENDIMS zeigte, dass die Integration einer Geschlechterperspektive in Lehrpläne die Bildungsqualität verbessern kann. GEDIS erweitert diese Idee nun auf weitere Länder und schafft ein Netzwerk von Universitäten, die gemeinsam die Geschlechtervielfalt fördern.
Schlüsselthemen
Das GEDIS-Projekt konzentriert sich auf drei zentrale Bereiche:
- Förderung der Geschlechtergerechtigkeit: Durch eine verbesserte Integration von Geschlechterfragen in die LIS-Ausbildung.
- Inklusion und Nichtdiskriminierung: Durch die Einbindung unterschiedlicher Gruppen und die Berücksichtigung ihrer Perspektiven.
- LGBTQ+-Gleichstellung: Durch die Auseinandersetzung mit Herausforderungen, die LGBTQ+-Personen in Bildung und Gesellschaft betreffen.
Langfristige Auswirkungen
Das GEDIS-Projekt strebt nachhaltige Veränderungen an, indem es:
- Studierende dazu befähigt, kritisch über Geschlechterfragen nachzudenken und gegen Diskriminierung vorzugehen.
- Lehrkräften und Bibliothekar:innen die Werkzeuge zur Verfügung stellt, um Geschlechtervielfalt in ihrer Arbeit zu unterstützen.
- Offene Bildungsressourcen erstellt, die in verschiedenen Lehrkontexten genutzt werden können.
Durch die Förderung interdisziplinärer und internationaler Zusammenarbeit trägt GEDIS zum Aufbau eines gerechteren und inklusiveren Hochschulsystems bei. Es unterstützt die Entwicklung fairer Lehrpraktiken und bereitet Studierende darauf vor, eine gerechtere Gesellschaft zu gestalten.
