Über das GEDIS-Projekt

Das GEDIS-Projekt (Gender Diversity in Information Science: Challenges in Higher Education) ist eine innovative Erasmus+-Initiative, die ein vielfältiges Konsortium europäischer Universitäten vereint, um die Geschlechtervielfalt und Gleichberechtigung im Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaft (Library and Information Science – LIS) zu fördern.

? Erasmus+-Seite des Projekts: https://erasmus-plus.ec.europa.eu/projects/search/details/2024-1-ES01-KA220-HED-000246558
? Projektreferenz: 2024-1-ES01-KA220-HED-000246558

Das von der Universität Barcelona in Spanien koordinierte GEDIS-Projekt ist eine kollaborative Initiative, die folgende Partneruniversitäten umfasst:

Diese transnationale Partnerschaft basiert auf dem gemeinsamen Ziel, Geschlechtervielfalt als zentrale Kompetenz in der LIS-Ausbildung zu verankern, Inklusion zu fördern und innovative Lehrmethoden zu etablieren.

Kontext und Hintergrund

Das GEDIS-Projekt reagiert auf die zunehmende Anerkennung der Geschlechterungleichheit in Bildung, Kulturindustrie und Berufsfeldern. In der Hochschulbildung wird die Integration einer Geschlechterperspektive zunehmend als entscheidender Faktor zur Überwindung systemischer Barrieren für Gleichberechtigung betrachtet.

Trotz Fortschritten bleibt Geschlechtervielfalt in vielen universitären Lehrplänen unterrepräsentiert – insbesondere in der LIS-Ausbildung, wo Fachkräfte durch Informationsmanagement und Kommunikation maßgeblich zur gesellschaftlichen Meinungsbildung beitragen.

GEDIS baut auf dem Erfolg der GENDIMS-Initiative auf, einem kleineren Projekt, das 2021 von der Universität Barcelona ins Leben gerufen wurde. Durch die Erweiterung auf eine internationale Ebene nutzt GEDIS die kollektive Expertise seiner Partner, um nachhaltige Veränderungen in Lehre, Lernen und beruflicher Praxis zu bewirken.

Ziele des Projekts

GEDIS verfolgt folgende Hauptziele:

Integration von Geschlechtervielfalt in LIS-Lehrpläne: Das Projekt soll Studierende, Lehrkräfte und Bibliothekarinnen für Geschlechterfragen sensibilisieren und integrative Lehrmethoden fördern.
Entwicklung praxisnaher Materialien: GEDIS erstellt offene Bildungsressourcen, darunter Toolkits und Fallstudien, um die Einbindung geschlechtsspezifischer Perspektiven in der Lehre zu unterstützen.
Förderung von Kooperation und Netzwerken: Durch die Zusammenarbeit von Lehrenden, Forschenden und Bibliothekar
innen in unterschiedlichen Bildungskontexten entsteht eine dynamische Lern-Community mit Fokus auf Geschlechtergerechtigkeit.
Langfristige Wirkung: Die Aktivitäten des Projekts sind darauf ausgelegt, nachhaltige Veränderungen zu bewirken, indem sie Teilnehmende mit den notwendigen Fähigkeiten und Kenntnissen ausstatten, um Geschlechtervielfalt über die Projektlaufzeit hinaus zu fördern.

Methodik und Aktivitäten

Das GEDIS-Projekt verfolgt einen umfassenden Ansatz, der Forschung, Training und Zusammenarbeit kombiniert:

Lehrplananalyse: Eine detaillierte Untersuchung bestehender LIS-Lehrpläne der Partnerinstitutionen zur Identifizierung von Lücken und Verbesserungsmöglichkeiten.
Expertenkonsultationen und Fokusgruppen: Beiträge von Expertinnen, Studierenden und Lehrkräften fließen in die Entwicklung von Lehrstrategien und Materialien ein.
-Schulungen und Workshops: Interaktive Fortbildungen für Lehrkräfte und Bibliothekar
innen zur Förderung geschlechtersensibler Lehrmethoden und Kommunikation.
Erstellung von Bildungsressourcen: GEDIS entwickelt offene Lernmaterialien, darunter drei speziell auf Studierende, Lehrkräfte und Bibliothekarinnen zugeschnittene Toolkits sowie ein Serious Game zur Förderung des aktiven Lernens.
Studierendenbeteiligung: Sommerschulen und kollaborative Projekte befähigen Studierende, aktiv zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit an ihren Hochschulen beizutragen.
Veranstaltungen zur Verbreitung: Multiplikator
innen-Events und Konferenzen präsentieren die Projektergebnisse und fördern deren breitere Anwendung.

Erwartete Ergebnisse und Auswirkungen

Das GEDIS-Projekt strebt eine nachhaltige Veränderung in akademischen und beruflichen Kontexten der LIS an. Wichtige Ergebnisse sind:

? Erhöhte Sensibilität für Geschlechterfragen: Studierende, Lehrkräfte und Bibliothekar*innen erwerben ein tieferes Verständnis für Geschlechterungleichheiten und entwickeln Strategien zur Überwindung dieser Barrieren.
? Verbesserte Lehrmethoden: Die Einbindung von Geschlechtervielfalt in den Lehrplan ermöglicht eine inklusivere und gerechtere Lernumgebung.
? Stärkere internationale Zusammenarbeit: Der Austausch zwischen den Projektpartnern fördert die Verbreitung bewährter Praktiken und bereichert die akademische Lehre.
? Nachhaltige Ressourcen: Die im Rahmen des Projekts entwickelten offenen Bildungsressourcen bleiben langfristig verfügbar und unterstützen auch nach Projektende die Förderung von Geschlechtervielfalt in der Bildung.

Langfristige Vorteile

GEDIS will eine weitreichende Wirkung erzielen, die über die Projektlaufzeit hinausreicht. Durch die Verankerung von Geschlechtervielfalt als zentrales Element der LIS-Ausbildung werden Studierende darauf vorbereitet, diskriminierende Praktiken herauszufordern und zu einer gerechteren Gesellschaft beizutragen.

Dank seines Fokus auf Zusammenarbeit und Innovation werden die entwickelten Tools und Strategien auch in Zukunft Lehrende und Fachkräfte in Europa und darüber hinaus inspirieren.

Durch seinen umfassenden und kooperativen Ansatz trägt GEDIS nicht nur zur Erfüllung der Ziele des Erasmus+ Programms bei, sondern stärkt auch die Rolle der Hochschulbildung als Motor für sozialen Wandel und Inklusion. Das Vermächtnis des Projekts wird eine inklusivere, gerechtere und zukunftsorientierte akademische und berufliche Gemeinschaft sein.

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